Der Erlkönig…

leicht saniert…

Wer surft so spät durch Nacht und Netze?
Es ist der User in wilder Hetze!
Er hält sein Windows fest im Arm,
Und auch dem Modem ist schon warm.

“Mein Windows, was birgst du so bang dein Gesicht?”
Siehst, User, du das Virus nicht?
Den Trojanerkönig mit Macro und Wurm? –
“Mein Windows – es ist nur ein Datensturm.”

“Betriebssystem, komm geh mit mir!
Gar schöne Spiele Spiel ich mit dir;
Manch’ bunte WebSites sind an dem Strand,
Und auf den Servern gibt’s viel Tand.”

Mein User, mein User, und hörest du nicht,
Was der Virus mir leise verspricht? –
“Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
Es piepst nur das Modem, das wieder mal spinnt.”

“Willst feines Windows, du mit mir gehn?
Mein Macro soll dich kitzeln schön,
Meine Routinen werden die Bytes dir recht schütteln,
Und löschen und deine Dateien gut rütteln!”

Mein User, mein User, und siehst du nicht dort
Des Trojaner’s EXE am düsteren Ort? –
“Mein Windows, mein Windows, ich seh’s genau;
Es glimmt, doch mein alter Schirm ist so grau.”

“Ich liebe dich, mich reizt deine DLL;
Und willst du gleich booten Dann lösch ich dich schnell.”
Mein User, mein User, die Platte lauft an!
Trojaner hat mir ein Leid angetan!
Dem Surfer graust’s, er klickt geschwind,
Und in der Leitung das Bit gerinnt;
Er kappt die Verbindung mit Müh’ und Not,
Jedoch zu spät – der Bildschirm bleibt tot.

By | 2006-11-20T14:05:41+00:00 20. November 2006|Categories: Humor|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. mad 21. November 2006 @ 7:43 um 7:43 Uhr

    Megaprust! Oh je, der arme Goethe würde sich im Grabe umdrehen …

    Heinz Erhardt hatte sich zu Lebzeiten auch mal an den Erlkönig gewagt:

    Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?
    Es ist der Vater, es ist gleich acht.
    Im Arm den Knaben er wohl hält,
    er hält ihn warm, denn er ist erkält’.
    Halb drei, halb fünf. Es wird schon hell.
    Noch immer reitet der Vater schnell.
    Erreicht den Hof mir Müh und Not – – –
    der Knabe lebt, das Pferd ist tot.

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