in sachen verhaftung von roman polanski

oder tanz der willküre…

ich möchte hier auch noch meinen senf zur verhaftung von roman polanski abgeben. und ich muss gestehen, dass ich mich wieder einmal sehr über unsere justizbehörden und die polizei gewundert habe! ich will hier auch gar nichts beschönigen und seine damalige tat ist diskussionslos ein schweres vergehen, welches es zu bestrafen gilt.

aber bitte meine lieben schweizer behörden. da hat der mann ein eigenes chalet in gstaad, welches er seit jahren regelmässig besucht und ausgerechnet wenn der mensch dann vom zürcher filmfestival eingeladen wird, um eine ehrung abzuholen, dann erinnert mensch sich daran, dass er international gesucht wird – hallo?!

roman polanski

hier kommt in meinen augen wieder einmal sehr schön die schweizerische doppelmoral zum ausdruck und die, meine damen und herren, finde ich echt wirklich nur zum kotzen! es wäre seit jahren ein leichtes gewesen, den herrn polanski zu verhaften, aber jetzt, wo alle leute zuschauen, wird der erfolg auf breiter linie gefeiert und dem ausland mal wieder gezeigt, was ein schweizerischer rechtsstaat ist und wozu er fähig ist. pfui teufel sag ich da nur!

ich meine diese alte geschichte war doch nun wirklich gegessen und sein opfer hat ihm selber verziehen. nochmals, ich will hier nichts beschönigen, aber wie die sache gelaufen ist, finde ich einfach mal wieder total daneben. zumal jeder, der den film der pianist gesehen hat wissen müsste, dass der mann es in seinem leben nicht leicht gehabt hat. ein film übrigens, den ich an dieser stelle nur jedem wärmstens empfehlen kann!

und auch die libyer dürften wieder einmal freude über den erneuten zündstoff haben, den die schweiz hier erneut liefert. und die amis, sind wir ehrlich, können ja nun gar nicht anders als den roman ausgeliefert haben zu wollen, obwohl dort vor kurzem sogar 40’000 gefangene aus platzmangel in den gefängnissen entlassen wurden.

und darum nenne ich jetzt das ganze theater mal polanksi like “tanz der willküre”.

By | 2009-09-29T18:07:31+00:00 29. September 2009|Categories: Allgemein, Mecker|Tags: , , , |9 Comments

9 Kommentare

  1. canela 29. September 2009 @ 9:28 um 9:28 Uhr

    dass du selber gebeutelt wirst vom schicksal (manson und so), gibt dir kein recht, ein anderes leben kaputt zu machen.

    er gehört hinter gitter (und die mutter auch von dem mädchen). und die ganze justizpflöcke der schweiz auch. genau weil er seit jahren ein und ausreiste.

    übertriebener wert beim alten verfahren? geh mal die alten männer fragen, die in einer klosterschule als kinder missbraucht wurden, wie “wertvoll” so ein erlebnis war und wie es ihr ganzes leben beeinflusst hat.

  2. falki 29. September 2009 @ 9:33 um 9:33 Uhr

    ich sags nochmals: ich nehme ihn nicht in schutz und er gehört auch bestraft. das opfer wird jetzt auch keine freude haben, wenn die ganze sache wieder aufgerollt wird, denn auch sie wird jetzt wieder zum opfer.

    aber die schweizerische willkür in dieser sache kotzt mich an!

  3. canela 29. September 2009 @ 10:50 um 10:50 Uhr

    dann kotzen wir zusammen! nicht nur über die willkür, sondern auch über die inkonsequenz der justiz.

    oder wie ich es nennen würde, keine cojones haben über jahre und sich jetzt noch schnell ein paar pompolinos wachsen lassen, um eine eiershow in den medien zu veranstalten.

  4. falki 29. September 2009 @ 10:57 um 10:57 Uhr

    du sagst es!

  5. rouge 29. September 2009 @ 16:17 um 16:17 Uhr

    Ich schliesse mich falki vollkommen an. Kein Thema, ein Kinderschänder gehört bestimmt nicht verschont aber diese Aktion ist ja jetzt wirklich einfach nur lächerlich. Zudem wissen wir spätestens seit dem Fall Gaddafi das die kleine Schweiz einfach nicht zum Anstandspolizisten der Welt taugt. Auch wenn das einige Leute in ihrem “Grössenwahn” gerne so hätten.

  6. mee 29. September 2009 @ 17:43 um 17:43 Uhr

    Super Bericht, ich sehe es genau so.

  7. stufi alias salomon 29. September 2009 @ 19:46 um 19:46 Uhr

    Was hat Gaddafi mit diesem Fall zu tun? eine 13jährige wird von einem 43jährigen mit Alkohol und Medikamenten abgefüllt und missbraucht. Ein Strafverfahren läuft, der Beschuldigte flüchtet.
    Er lebt im Ausland, das Land in dem die Straftat begangen worden ist erlässst einen internationalen Strafbefehl. Der beschuldigte reist in ein Land ein, das mit dem Land, in dem die Tat ausgeführt worden ist, einen Auslieferungsvertrag hat. Organisatoren eines Festivals, das ihn eingeladen hatten, erkundigen sich vorgängig, wie denn dieser Prominetnte zu beschützen sei. Dadurch haben die Behörden offizeiell Kenntnis von der Einreise. Sie MüSSEN nun handeln. Der Rest ist Geschichte.
    Meine Meinung: Er soll zurück in die USA, er soll einen Richter antreffen, der auch ein vernünftiges Gehör für das Opfer findet (sie hat ihm ja offenbar vergeben und wäre froh, wenn der ganze Fall mal abgeschlossen ist), und vielleicht muss er hundert Stunden Blumenbeete jäten…. oder auf Bewährung … oder sowas..

  8. Bricciola 29. September 2009 @ 20:08 um 20:08 Uhr

    schade, dass die justizbehörden bei den wenig oder gar nicht berühmten polanskis dieses landes nicht auch so effizient und schnell handelt! Aber die liebe schweiz durstet nach internationalen streicheleinheiten, und die nationalen nobody’s sind eben für internationalen medienfutter nicht geeignet! Die neue CH-Hymne: “I’m a BIG BIG GIRL …………..”

  9. silversurfer 30. September 2009 @ 0:03 um 0:03 Uhr

    hut ab falki – schliesse mich voll und ganz deiner meinung an!

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